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Nun muss ich aber mal endlich meinen Frust im Namen aller Singles loswerden.
In Deutschland gibt es so etwas wie den letzten Arsch, genannt angestellter
Single. Bin selbst einer von den gearschten. Die Verarschung findet im
privaten und öffentlichen Leben statt. Gehe ich in ein Restaurant, werde ich
an den Katzentisch gesetzt, auch wenn noch genug andere Tische frei sind.
Gehe ich in ein Reisebüro, heisst es: "wie, sie wollen allein verreisen,
macht Einzelzimmerzuschlag, falls wir überhaupt noch was frei haben, da wird
Doppelbelegung verlangt". Warum bringen diese Restaurants und Reisebüros
eigentlich keine Schilder an der Tür an, auf denen steht: "der Zutritt
ist
Hunden und Singles nicht gestattet, sondern nur Paaren". Gibt es in
Deutschland nun, wie es im Grundgesetz verlangt wird, eine Gleichheit vor
dem Gesetz, oder nicht? Sind Verheiratete mehr Wert als Unverheiratete? An
vielen Punkten lässt sich zeigen, dass es diese Gleichheit nicht gibt,
insbesondere für angestellte Singles. Deren Besteuerung liegt zwischen 40
und 65%, je nach Gehalt. Macht es da noch Spass, in Deutschland zu arbeiten?
Freut man sich da noch über Gehaltserhöhungen, falls es sie überhaupt gibt?
Bei 65% Beitragslast arbeitet man nicht nur für einen, sondern gleich für 2
Arbeitslose oder Rentner mit. Es ist ja nicht so, dass die Beiträge, die man
zahlt, irgendwo auf ein Depot kommen, von dem man dann im Alter profitieren
kann. Die Beiträge fliessen ja sofort weiter. Gleichzeitig erzählen
Politiker den Beitragszahlern, dass die Beiträge ja nicht ausreichen für
eine eigene zufriedenstellende Rente. Man solle ja noch privat vorsorgen.
Wovon? Von Gehältern, die nicht erhöht werden? Jahr für Jahr steigen die
Mieten und Versicherungsbeiträge. Es gibt Kirchensteuer,
Solidaritätszuschlag und Pflegeversicherung. Man könne ja aus der Kirche
austreten. Aber können das die einzigen beiden Alternativen sein:
Kirchenaustritt oder hohe Beiträge zahlen. Wie lange muss der Soli noch
bezahlt werden? Profitiere ich jemals von der Pflegeversicherung? Ist in
Deutschland einmal eine neue Steuer eingeführt, verschwindet sie auch nicht
mehr aus dem versumpften Steuertopf. Die Rentenlast wird hauptsächlich von
den paar 30- bis 50-jährigen Angestellten getragen. Die vielen Beamten sind
aussen vor. Jetzt rächt sich die Verbeamtungsmaschinerie der 70er und 80er.
"Dieses Jahr nur 2% Rentenerhöhung", heisst es. Bekomme ich, der
ich
Rentenbeiträge bezahle, automatisch eine Gehaltserhöhung? Wird der brave
Steuerzahler arbeitslos, sollte er ja nicht zuviel vorgesorgt, sprich
gespart haben. Denn dann bekommt er keine Arbeitslosenhilfe. Sparen wird
also bestraft. Arbeitslosengeld bekommt er höchstens 2 Jahre, auch wenn er
30 Jahre ein vielfaches an Beiträgen gezahlt hat. Brauchen seine Kinder
Sozialhilfe, bekommen sie keine vom Staat, sondern von ihm selbst, ebenfalls
bei 30 Jahren sozialer Beitragszahlung. Richtig sozial dieser Staat, oder?
Der ist so sozial, dass er einem sagen kann, dass man doch sozial zu seinen
Kindern sein soll, aber kein Pfennig ist zu erwarten. Braucht der brave
Steuerzahler selbst Sozialhilfe, können seine Kinder für ihn aufkommen,
ebenfalls bei 30 Jahren sozialer Beitragszahlung. Braucht er ein paar Zähne,
kann er sie bezahlen, auch wenn er 30 Jahre lang Krankenkassenbeiträge
gezahlt hat. Ich könnt so manchem Politiker eins in die Zähne hauen.
Armer Staat, Armes Deutschland, Armer Single
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