schon wieder verloren
die punkte sind weg
eure gedanken sind nicht mehr beim spiel
tauscht sofort die trikots
und seid weg
eiskalte profis, mir graut vor euch
fühl mich leer und verbraucht
alles tut weh
hab nur noch den abstieg im kopf
kann nichts mehr essen
kann es nicht vergessen
aber auch das gelingt mir noch
gebt mir mein herz zurück
ihr braucht meine liebe nicht
gebt mir mein herz zurück
bevor es auseinanderbricht
je eher, je eher ihr geht
umso leichter, umso leichter wird's für mich
ich brauch niemand, der mich quält
niemand, der mich ver*****t
niemand, der nur gut spielt, wenn er will
niemand, der über den platz schleicht nur aus pflichtgefühl,
der nur seine eitelkeit an uns stillt
niemand, der nie da ist
wenn man ihn am nötigsten hat
wenn man nach luft schnappt, auf dem trockenen schwimmt,
laßt mich los, laßt mich in ruhe,
damit das ein ende nimmt
gebt mir mein herz...
Diese Text- Umdichtung ist nicht von mir, sondern von einem VfL- Fan
namens Heike. Keine Frage, daß mir dieser Text aus dem Herzen spricht.
Zum Spiel gegen Hertha möchte ich gar nicht viel schreiben (das ist ja
wohl ein *klimper* wert ;-) ). Nur soviel: Hertha- Fans scheinen ganz
hartgesotten zu sein. Zumindest ist mir ein Trupp in Bermudas, T-
Shirts, Sonnenhüten und -brillen begegnet! Ansonsten waren sie aber
ganz friedlich und haben wohl eine Schneeballschlacht im Stadion
veranstaltet :-)
Und Darek ist noch immer unser heimlicher Held.
Aber welch eine Ironie des Schicksals, daß ausgerechnet Kai Michalke
zwei der drei Herthaner Tore schoß. Der letzte echte Bochumer, in
Berlin kurz vor dem Abschuß, in der Winterpause wohl dem VfL
angeboten, und in Bochum nur aufgrund Deislers Verletzung ins Spiel
gekommen.
Meine eigentliche Sorge geht aber natürlich viel tiefer. Wie soll es
mit diesem VfL weitergehen? Zunächst steht (weil scheinbar am
einfachsten) immer der Trainer zur Disposition. Zumdick wirkt sehr
sympathisch, aber er scheint die Mannschaft nicht genügend motivieren
zu können (das "der liebe Herr Löw- Syndrom"). Was einerseits ein
Vorteil ist (sein kann), wird hier zum Bumerang: Ein Trainer, der dem
Verein seit bald zwanzig Jahren als hervorragender Torhüter und, sagen
wir mal (ich weiß es nicht genau), guter Co- Trainer verbunden ist,
entläßt sich eben nicht so leicht wie weiland Herr Middendorp.
Die Mannschaft selbst hat größtenteils kein BuLi- Format, einzig
Bastürk überzeugt durch ständiges Arsch- aufreißen (aber schließlich
kann er nicht flanken _und_ anschließend verwandeln) und auch van
Duijnhoven hat eine überraschend gute Hinrunde gespielt. Aber wer kann
schon einen kompletten Kader während einer Saison austauschen?
Bleibt der Vorstand, der in Bochum seit Jahren in der Kritik ist. Ob
der vielen, meist untauglichen, osteuropäischen Verpflichtungen, ist
der (nein, ich schreibe nicht "unser") Manager inzwischen zu
"Hilpic"
mutiert. Auch Hiltegoer, ein Zusammenziehen der Namen von Manager und
Präsident, wird gern genommen, um kurz und bündig zu sagen, wer bitte
zurücktreten soll. Was leider nicht geschieht. Da wird in
altbundeskanzlerischer Manier versucht, Probleme auszusitzen. Das wird
vor allem dadurch enorm erleichtert, daß sich keine Alternativen
anbieten. Obwohl ich das nicht so recht verstehen kann: Es muß sich
doch jemand finden können, der besser ist als einer der (der!?)
schlechtesten Manager der Liga.
Man zeichnet sich ja auch immer dadurch aus, wie man mit seinen
Feinden umgeht. Einem Kritik- äußernden Fan wurde vorgeschlagen, diese
Kritik doch nicht öffentlich in die Zeitung zu setzen, sondern intern
als Vereinsmitglied mitzuarbeiten. Der folgende Mitgliedsantrag wurde
abgelehnt (mit der Begründung, derjenige vertäte nicht die Interessen
des Vereins).
Bei den letzten Heimspielen wurden mitgebrachte Transparente
kontrolliert und Anti- Vorstand- Transparente wurden konfisziert. Das
nenne ich souverän! :-(
Die einzig gute Nachricht von Hiltegoer war in der heutigen
Stadionzeitschrift zu lesen: "Die Spekulationen um Aleks Ristic sind
absoluter Unsinn." ;-)
Wer kennt noch einen Verein, der drei (bald vier) mal abgestiegen ist,
und bei dem immer noch derselbe Präsident und Manager tätig ist?
Ein erneuter Abstieg bedeutete ein Ausbluten des Vereins. Die wenigen
brauchbaren Spieler (und einige mehr) wären weg. Und was nach drei
Abstiegen und dem ominösen Verschwinden der UEFA- Cup- Einnahmen oder
der Wosz- Millionen (Transparenz gehört nicht zu den Tugenden von
Hiltegoer) an Geld für neue Spieler da wäre, kann sich wohl jeder
selbst denken.
Und das Schlimme ist ja: Der KSC und Fortuna Düsseldorf (z.B.) haben
gezeigt, daß mit der 2. BuLi nicht Schluß sein muß. Es geht noch
tiefer. Ja, die Angst sitzt schon tief.
BTW:
www.rettet-den-vfl.de (ist nicht meine Seite)
Zurück vom Allgemeinen zum Besonderen, dem aktuellen Spieltag. Um dem
Spiel- Ergebnis noch einen krönenden Abschluß zu verleihen, blieb mein
Auto auf der Rückfahrt nach Köln liegen - auf einer Ausfahrt- Spur,
damit's auch wirklich prickelnd wird. Es dauerte 1 3/4 Std. in Regen
und Kälte, bis der ADAC kam. Keine Frage, daß mein Auto dann
anstandslos wieder ansprang und der ADAC- Mitarbeiter zudem keinen
Fehler fand!
Was mir nach so einem Tag bleibt, ist der gute Herbert: "Alkohol ist
ein Sanitäter in der Not". ;-)
Prost,
Kerstin