Immobilien und Wohnungen

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PostPosted: 2000-06-22 00:00:00
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Joined: 2000-06-22 00:00:00
Hallo!
Ich habe hier noch ein Textchen auf meiner Festplatte gefunden.
Das Ende ist offen, und man koennte noch weiterschreiben. Vielleicht
hat jemand von Euch Lust, etwas hinzuzufuegen? Die Idee, mehrere
Autoren eine Fortsetzungsgeschichte, schreiben zu lassen ist zwar
nicht unbedingt neu, aber ich hatte bisher immer Spass daran, an
sowas teilzunehmen.
Das was am Ende dabei rauskommt, muß ja nicht unbedingt einen
Leser ansprechen. Es geht hier mehr um den Spass am schreiben und
darum, fremde Ideen weiterzuspinnen und zu sehen, was andere aus
den eigenen Ideen machen. Mir jedenfalls gefaellt sowas und ich
finde es auch immer recht inspirierend.
Also, ich wuerde sagen, schreibt einfach mal drauflos, wenn Euch
zu dem Text was einfaellt:
----------------------------------------------------------------
Herbert ging fort, wanderte ueber weiche Wiesen und gruene
Huegel, entlang an freundlichen Fluessen und sanften Seen, durch
wilde Waelder und weite Felder, immer weiter in die Ferne, durch
leise schmatzende Suempfe, knusprige Wuesten und kratzige
Gebirge, bis er schliesslich den Grenzuebergang bei Schruenz
erreichte.
Die Frage, ob er etwas zu verzollen habe, verneinte er und durfte
passieren. Kurze Zeit spaeter erschienen einige, als Osterhasen
verkleidete, Drogenschmuggler am Grenzuebergang. Obwohl gerade
Ostern war, wurden sie dennoch von den Grenzpolizisten als
Drogenschmuggler erkannt. Es kam zu einem Schusswechsel, Kugeln
pfiffen durch die Luft, zwei Grenzpolizisten sanken getroffen zu
Boden und verstarben. Auch unter den Drogenschmugglern gab es
Todesopfer. Ueber deren Anzahl soll hier aber geschwiegen werden,
denn sie ist fuer den Fortgang dieser Geschichte bedeutungslos.
Herbert hatte sich inzwischen schon sehr weit von diesen
Geschehnissen entfernt und befand sich am Meer. Einige
leichtbekleidete junge Damen waren ebenfalls anwesend. Herbert
waere gerne laenger geblieben, doch die Stahlplatte in seinem
Kopf draengte ihn zum weitergehen. Also betrat er die wellige
Wasseroberflaeche und wanderte darueber hinweg. Herbert besass
naemlich die bemerkenswerte Faehigkeit, auf Wasser laufen zu
koennen.
Nach einiger Zeit, als er sich schon inmitten des Meeres befand
und kein Land mehr in Sicht war begegnete er einem Schwimmer. Das
war Heinz, sein ehemaliger Kollege aus der Schnapsfabrik, der es
inzwischen zu einer gewissen Beruehmtheit als
Langstreckenschwimmer gebracht hatte. Heinz wurde vor allem fuer
seine Ausdauer und Kunstfertigkeit im durchschwimmen von Ozeanen
bewundert. Die beiden wechselten freundliche Worte, vergangenes
war nur noch von geringer Bedeutung. Nach einiger Zeit trennten
sich ihre Wege. Herbert lief wieder allein ueber die Weite des
Meeres, erklomm einige sturmgepeitschte Wellenberge und gelangte
so schliesslich zu einer geheimnisvollen unbekannten Insel.
Wie geht es wohl weiter?
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
 -=Rainer.Ap...@gmx.de=-              
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PostPosted: 2000-06-26 00:00:00
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On Thu, 22 Jun 2000 22:54:58 +0100, "Heynz Hyrnrysz"
<Rainer.Ap...@gmx.de> wrote:
>Hallo!
>Ich habe hier noch ein Textchen auf meiner Festplatte gefunden.
>Das Ende ist offen, und man koennte noch weiterschreiben.
>Wie geht es wohl weiter?

...es geht nicht weiter, er geht zurück, na klar!
Herbert bemerkte überhaupt nicht, dass unter seinen Füssen Sand und
Gehölz knirschten. Ohne eine Pause einzulegen, umrundete er die Insel
in Windeseile, da sie nicht übermäßig groß war und erreichte
schließlich erneut das Wasser, von wo aus seine Füße ihn geradewegs
über den Ozean brachten. Als er einen fürchterlichen Sturm durchlaufen
hatte, die See milder wurde und er bereits das Festland erblickte,
traf er auf Heinz, der eine ziemlich blasse Hautfarbe angenommen
hatte. Dennoch begrüßte dieser Herbert freundlich. "Wie weit ist's
noch?" fragte Heinz. "Schätze dreieinhalb Meilen" gab Herbert
freundlich zurück. Sie verabschiedeten sich und Herberts Augen
fixierten den Bootssteg, der immer größer wurde. Vielmehr noch waren
es die leichtbekleideten Damen, die sich auf dem Steg sonnten, welche
seinen Blick gefangen hielten. Die Schwarzhaarige ganz rechts ließ
sein Herz besonders hüpfen. Als er schließlich den Steg erreichte,
überlegte er kurz, ob er sich zu den Damen hinsetzen und ein paar
leichtfertige Worte wechseln sollte. Seine Stahlplatte indes schob ihn
voran, so dass er es bei einem gutgemeinten Gruß bewenden ließ.
Über den steilen und felsigen Hang erreichte er den Grenzübergang bei
Schruenz. Ein schlichtes steinernes Kreuz mit frischen Blumen und
einem Banner mit der Aufschrift "In Gedenken an unsere beiden Kollegen
Matts..." - die Namen konnte Herbert nicht lesen, weil der Wind das
Banner leicht zur Seite gedreht hatte. Der Grenzpfahl war geschlossen
und Herbert konnte keine Menschenseele erblicken. Sicherheitshalber
schrie er dem einsamen Häuschen zu: "Ich habe nichts zu verzollen!"

und duckte sich unter dem Pfahl hinweg. Seinem Weg folgend, der ihn
über kratzige Gebirge, knusprige Wüsten, leise schmatzende Sümpfe
immer mehr in die Nähe seines Hauses brachte. Einige weite Felder
hatte er noch zu überqueren, drei wilde Wälder, ein paar sanfte Seen
und schließlich wanderte er entlang an freundlichen Flüssen über grüne
Hügel und weiche Wiesen zum Gartentor und alsbald setzte er sich auf
die Bank vor dem stattlichen Bauernhaus.
Mama karrte gerade den Pferdewagen mit den leeren Milchkannen nach
Hause. "Herbertileiiin, wo warst?"
   Herbert schrie ihr zu, da sie noch einige Meter Weg vor sich
hatte:
"Erst über weiche Wiesen und grüne..."
   "Herbertileiiin, warst wieder auf der Insel?" kürzte
Mama keuchend
ab.
Kleinlaut nickte Herbert. Mama konnte man nichts vormachen. "Schöne
Grüße von Heinz" log er, um Mama zu beschwichtigen. Er erkannte an
Mamas Blick, das half nicht.
   "Nie wieder gehst mir dahin. Hast verstanden?" keuchte
Mama, die
gerade die leeren Milchkannen vom Wagen hob. Sie ließ keinen Zweifel
daran, dass ihr Befehl entgültig war.
"Die Platte muss raus" bekräftigte Herbert am nächsten Morgen
immer
wieder.
Der Arzt blickte ihn sorgevoll an.
"Mama und die Platte vertragen sich nicht, verstehen Sie?" erklärte

Herbert.
Der Arzt blickte auf die Uhr. Er verlor für einen Moment die
Beherrschung und packte Herbert am Arm: "Herbert, Herbeeeert!".
   Herbert guckte von unten mit großen Augen dem sonst immer so
freundlichen Mann entgegen. Dieser versuchte es ein letztes Mal:
"WELCHE PLATTE???"
Mit einem freundlichen Gruss
Franz


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PostPosted: 2000-06-27 00:00:00
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Joined: 2000-06-27 00:00:00
Franz Danner schrieb zum Thema "Re: Fragment zum weiterschreiben
(Experiment)":
> Sicherheitshalber schrie er dem einsamen Haeuschen zu: "Ich habe
> nichts zu verzollen!" und duckte sich unter dem Pfahl hinweg.

:))) also diese Stelle fand ich bemerkenswert schoen! Danke Franz!
So, und hier gleich die Fortsetzung:
>    Herbert guckte von unten mit grossen Augen dem sonst immer
so
> freundlichen Mann entgegen. Dieser versuchte es ein letztes Mal:
> "WELCHE PLATTE???"

"Na, die Stahlplatte halt, die man mir damals, nach meinem
Arbeitsunfall eingesetzt hat!", sagte Herbert.
Das mit der Stahlplatte kam naemlich so:
Herbert und Heinz arbeiteten damals in einer Schnapsfabrik. Der
Besitzer, ein gewisser Mustafa Schmutzbichler, bezahlte seine
Mitarbeiter sehr schlecht. Eines Tages beschlossen Herbert und
Heinz, bei Schmutzbichler vorzusprechen und eine, laengst
faellge, Gehaltserhoehung einzufordern. Heinz trug zu diesem
Zweck eine glitzernde Axt bei sich, die er, um der Forderung nach
mehr Gehalt Nachdruck zu verleihen, bedrohlich ueber seinem Kopf
schwang. Als die beiden dergestalt Schmutzbichlers Buero
betraten, erwartete sie dieser mit einem Revolver in der Hand.
Schmutzbichler feuerte sogleich einen Warnschuss - und es war
wirklich nur ein Warnschuss, denn Schmutzbichler war zwar ein
Ausbeuter, aber kein Moerder - feuerte also einen Warnschuss ab.
Die Kugel, die wirklich nur zur Warnung abgefeuert wurde,
verliess den Lauf des Revolvers, prallte am Blatt der von Heinz
geschwungenen, glitzernden Axt ab, wirbelte weiter durch die
Luft, traf Herbert am Kopf, riss Herbert die halbe Schaedeldecke
weg, wurde von einer Tischkante abgelenkt, traf eine Wanduhr
genau an der Stelle, an der sich die Ziffer Elf befand und
hinterliess dort ein dunkles, gaehnendes Loch.
Herbert wurde ins Krankenhaus eingeliefert. Die behandelnde
Aerztin war eine bekannte Hirnchirurgin namens Johanna
Klappteller. Sie hatte eine gewisse Vorliebe fuer archaische
Kriegsmedizin und wollte deshalb Herberts offenen Schaedel
mit einer Stahlplatte schliessen. Herberts Mutter, die, nachdem
sie von dem Arbeitsunfall erfahren hatte, sofort herbeigeeilt
kam, war jedoch gegen die Loesung mit der Stahlplatte. Sie machte
den Vorschlag - man sollte vielleicht noch erwaehnen, dass
Herberts Mutter eine etwas eigenwillige Auffassung von Aesthetik
hatte - Herberts Mutter machte also den Vorschlag, den offenen
Schaedel mit Puddingformen zu schliessen. Das gefiel jedoch der
Aertztin Johanna Klappteller ueberhaupt nicht. Es kam zu einer
Auseinandersetzung, in deren Verlauf Herberts Mutter durch einen
Faustschlag niedergestreckt wurde.
So kam die Stahlplatte, die er nun, aus verstaendlichen Gruenden
dringend wieder loswerden wollte, in Herberts Kopf.
...so, das wars von meiner Seite. Wuerde mich freuen, wenn sich
das hier noch weiter entwickelt!
Frieden, Freiheit, Abenteuer!
unser Heynz
--
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PostPosted: 2000-07-03 00:00:00
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Joined: 2000-07-03 00:00:00
Hi Heynz,
auf eine weitere Runde!  :-)
>Die Kugel, die wirklich nur zur Warnung abgefeuert wurde,
>verliess den Lauf des Revolvers, prallte am Blatt der von Heinz
>geschwungenen, glitzernden Axt ab, wirbelte weiter durch die
>Luft, traf Herbert am Kopf, riss Herbert die halbe Schaedeldecke
>weg, wurde von einer Tischkante abgelenkt, traf eine Wanduhr
>genau an der Stelle, an der sich die Ziffer Elf befand und
>hinterliess dort ein dunkles, gaehnendes Loch.

He, he. Da geht's ja heiß zu! Ich schraube das Tempo nun wieder
runter, da es ja ein Experiment ist und ich Experimente liebe.  :-)
Und los:
On Tue, 27 Jun 2000 22:35:34 +0100, "Heynz Hyrnrysz"
<Rainer.Ap...@gmx.de> wrote:
>So kam die Stahlplatte, die er nun, aus verstaendlichen Gruenden
>dringend wieder loswerden wollte, in Herberts Kopf.

Im kahlen Raum des Krankenhauses herrschte damals eine eigenartige
Stimmung. Herbert fühlte sich matt und schwer. Gerade eben der Narkose
entfleucht, erblickte er mit dem unscharfen Augenlicht eines
Erwachenden seine Mama auf dem Boden. Auch sie schien benommen zu
sein. Herbert fürchtete für einen Moment, sie hätte sich vollaufen
lassen und nun im Krankenhaus für Aufregung gesorgt. Mama?
Weiter erkannte Herbert schemenhaft Johanna Klappteller. Sie stand
stramm vor dem Bett, mit verschränkten Armen. Nur ihr Gesichtsausdruck
wollte nicht zu ihrer stämmigen Art passen. Verlegen blickte Johanna
zu Mama herunter und murmelte unverständliche Worte. Dann wieder sah
sie ihn mit strengem Blick an und warf ihm entgegen: Herbert, ruhig
liegen! Herbert sah ein dummes Huhn vor sich, dass sich nicht
entscheiden konnte, ob es Körner fressen oder andere Hühner verjagen
wollte. Vor lauter Ansinnen über die zu fällende Entscheidung schob
das Huhn den Kopf hin und her, zu den Körnern und zu den Artgenossen
und gluckte aufgeregt: das war Johanna Klappteller.
Mama krächzte am Boden. Das Huhn gluckte und halste mit eckigen
Bewegungen von hier nach da.
Herbert wollte die Augen wieder schließen und sich in den Schlaf
fallen lassen, als die Türe aufgestoßen wurde. Herbert wünschte, den
Eintretenden noch zu erfassen und öffnete seine Augen leicht. Es war
zweifelsfrei Mustafa Schmutzbichler, der in eine dunkle Lederjacke
gehüllt und mit einer Sonnenbrille getarnt, den Raum betrat. Herbert
erkannte sofort die "Kirsch-Selezione" in seiner Rechten.
Schmutzbichler stellte die Flasche geräuschvoll auf Herberts
Nachttisch. "Kirsch-Selezione" entfuhr es Schmutzbichler wie ein
einziger langgezogener tiefer Ton, dann erblickte er die ächzende Mama
auf dem Boden und blieb verwirrt stehen, während seine Hände in den
Jacken- und Hosentaschen nach irgend etwas suchten. Das Huhn gluckste
nun aufgeregt in drei Richtungen, immer von einer Person zur anderen.
Dabei scharrte es triebhaft auf dem Boden. Mama ächzte und kam nicht
hoch. Das Huhn scharrte immer verbissener und Schmutzbichler fand
einfach nicht das Gesuchte. Immer wieder kontrollierte er alle Taschen
seiner Kleidungsstücke.
Eine seltsame Stimmung herrschte im Krankenhaus an jenem Tag. Herbert
schloss die Augen und vernahm nichts mehr.
Ins Dunkel seiner Gedanken war ihm ein Lichtstrahl gefolgt. Während
die Metallplatte seinen Kopf schwer ins Kissen drückte, leuchtete der
Lichtstrahl weiche Wiesen und grüne Hügel aus. Der Lichtstrahl
verwandelte dunkle Nacht in freundliche Flüsse und Herbert begab sich
auf die erste große Reise, der noch so mache folgen sollte.
***
Die Sonne wurde schwächer. Allmählich zog sie sich zurück. Dennoch
blinzelte sie noch manches Mal über Bäume und Dächer hinweg. So
schnell würde sie das Himmelsfeld nicht räumen. Sie hatte Zeit. Viel
Zeit. Herbert nicht. Er musste Johanna Klappmesser finden. Besser
heute als morgen. So verwirrt das Huhn auch sein mochte, es würde sich
an die Platte erinnern und ihm helfen. "WELCHE PLATTE?" hallte es in

seinen Ohren nach. Der Arzt hatte vertrauensvoll seinen Arm um ihn
gelegt.
Keiner außer Mama und Johanna Klappmesser würde ihm glauben,
wenn er von der Stahlplatte erzählte. Nur Johanna Klappmesser konnte
die Platte wieder entfernen. Wo aber war Johanna Klappmesser? Herbert
wurde gedankenverloren vom Arzt zur Türe geleitet und nahm gar nicht
wahr, wie er zwischen den wartenden Patienten hindurch auf die Strasse
befördert wurde. Der frische Wind blies ihm kräftig um die Ohren und
Herbert schob schnell die Hände in die Hosentaschen.
Mit einem freundlichen Gruss
Franz


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PostPosted: 2000-07-12 00:00:00
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So, hat etwas laenger gedauert, aber jetzt gehts weiter hier...
Franz Danner schrieb zum Thema "Re: Fragment zum weiterschreiben
(Experiment)":
> Die Sonne wurde schwaecher. Allmaehlich zog sie sich zurueck. Dennoch
> blinzelte sie noch manches Mal ueber Baeume und Daecher hinweg. So
schnell
> wuerde sie das Himmelsfeld nicht raeumen. Sie hatte Zeit. Viel Zeit.
> Herbert nicht. Er musste Johanna Klappmesser finden. Besser heute als
> morgen. So verwirrt das Huhn auch sein mochte, es wuerde sich an die
> Platte erinnern und ihm helfen. "WELCHE PLATTE?" hallte es in
seinen
> Ohren nach. Der Arzt hatte vertrauensvoll seinen Arm um ihn gelegt.
> Keiner ausser Mama und Johanna Klappmesser wuerde ihm glauben, wenn er
von
> der Stahlplatte erzaehlte. Nur Johanna Klappmesser konnte die Platte
> wieder entfernen. Wo aber war Johanna Klappmesser? Herbert wurde
> gedankenverloren vom Arzt zur Tuere geleitet und nahm gar nicht wahr, wie

> er zwischen den wartenden Patienten hindurch auf die Strasse befoerdert
> wurde. Der frische Wind blies ihm kraeftig um die Ohren und Herbert schob

> schnell die Haende in die Hosentaschen.

Als Herbert nun so auf der Strasse stand und sich etwas benommen
umsah, kam eine Gestalt auf ihn zu, hob den Hut und gruesste Herbert
freundlich. Es war Baron Wuerfelberger, der Gruender und Praesident
des neuen magnetischen Maennervereins, in dem auch Herbert Mitglied
war.
Die Gruendung des neuen magnetischen Maennervereins war noetig
gewesen, da dem alten magnetischen Maennerverein, innerhalb
kuerzester Zeit saemtliche Mitglieder verloren gegangen waren. Das
kam so: der alte magnetische Maennerverein, der damals nur
magnetischer Maennerverein hiess, da zu diesem Zeitpunkt noch nicht
bekannt war, dass irgendwann eine Neugruendung erforderlich sein
wuerde, unternahm an einem sonnigen Septembertag einen Ausflug in
die Bergwelt. Alle vier Mitglieder des magnetischen Maennervereins
waren dabei, der Vereinsgruender Baron Wuerfelberger, der
Schatzmeister Onan Schwindhuber und die Wildmoser Zwillinge.
Als die vier Maenner nun mit dem 4-tuerigen Opel Mameluk von Baron
Wuerfelberger eine schmale Bergstrasse entlang fuhren, kamen sie an
eine besonders enge Kurve, an der, aufgrund der Ueberlaenge des Opel
Mameluk, rangiert werden musste. Baron Wuerfelberger, der den Wagen
lenkte, geriet beim zuruecksetzen zu nah an den Rand einer Schlucht,
wodurch der Wagen mit dem Heck so weit ueber den Abgrund rutschte,
dass die Hinterraeder frei in der Luft hingen. Der
hinterradgetriebene Opel Mameluk war somit nicht mehr
manoevrierfaehig.
"Ich steig aus und schieb an!", rief Onan Schwindhuber, der von den
vieren die schnellste Auffassungsgabe besass. Er riss also die
Beifahrertuer auf, und sprang mit einigen Saetzen schnell hinter den
Wagen. Da sich aber am hinteren Teil des Wagens keinerlei Boden mehr
befand, wurde Onan Schwindhuber, die in dieser Gegend recht gut
funktionierende Schwerkraft, zum Verhaengnis. Er stuertze in die
Schlucht, zerschellte auf felsigem Grund und verstarb.
Die Wildmoser Zwillinge, die auf der Rueckbank sassen und von diesen
Vorgaengen nichts bemerkt hatten, riefen nun wie aus einem Munde:
"Er schaffts nicht allein, wir helfen ihm!" Die Beiden oeffneten
zeitgleich die Wagentueren, stiegen aus und verschwanden auf die
selbe Weise, wie kurz zuvor Onan Schwindhuber, in der Schlucht.
Keiner der beiden ueberlebte!
Baron Wuerfelberger erkannte, dass er den Wagen alleine nicht mehr
flott bekommen wuerde, ging zu Fuss nach Hause und gruendete dort
den neuen magnetischen Maennerverein, in dem, wie gesagt, auch
Herbert Mitglied war.
Hebert indessen, der ja gerade mit einer Stahplatte im Kopf aus dem
Krankenhaus gekommen war, erkannte seinen Vereinspraesidenten nicht
sofort. Baron Wuerfelberger schien darueber etwas verwundert und
sagte:
... ja, was hat er denn gesagt, der Baron!? Wer weiss es??? Bitte
weiterschreiben!!!!
cu, H.H.
--
 -=Rainer.Ap...@gmx.de=-              
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PostPosted: 2000-07-14 00:00:00
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Joined: 2000-07-14 00:00:00
Hi Heynz,
>Es war Baron Wuerfelberger, der Gruender und Praesident
>des neuen magnetischen Maennervereins, in dem auch Herbert Mitglied
>war.

Sach mal, woher nimmst Du diese Einfälle? Mit allergrößtem Vergnügen
eine Fortsetzung...
On Wed, 12 Jul 2000 21:53:01 +0100, "Heynz Hyrnrysz"
<Rainer.Ap...@gmx.de> wrote:
>Hebert indessen, der ja gerade mit einer Stahplatte im Kopf aus dem
>Krankenhaus gekommen war, erkannte seinen Vereinspraesidenten nicht
>sofort. Baron Wuerfelberger schien darueber etwas verwundert und
>sagte:
>... ja, was hat er denn gesagt, der Baron!? Wer weiss es??? Bitte
>weiterschreiben!!!!

und sagte: "Der Herr hat wohl Puddingformen auf den Augen?"
Dabei lachte er lauthals. Baron Würfelberger war ein diskreter Mann
mit Format, wie er sich gerne selbst beschrieb. Und das Wichtigste,
fügte er meist eilig hinzu, er besaß Bildung.
Ein Hauch von blaublütigem Adel schwindelte sich in jedes Porträt
hinein. Für die Existenz ausreichender Schnappschüsse sorgte er mit
durchaus gewissenhaftem Eifer selbst.
Lediglich sein angeborenes, grotesk und für Außenstehende verwirrend
anzuhörendes Lachen verschloss ihm den Zugang zu den höchsten
Gefilden: der Politik.
Wie ein Presslufthammer mit eingebauter Lachkarte hämmerten Baron
Würfelbergers Organe Salven im Halbsekundenrhythmus dem armseligen
Herbert entgegen.
Dessen Augen weiteten sich treuherzig und er blickte verschämt zu
Boden. Der Baron indes blickte immer nach vorne. Vergangenes
interessierte ihn so gut wie nie (es sei denn, es lag mindestens ein
Jahrhundert zurück) und selbst der Gegenwart schritt er gerne voraus.
"Herbert, bringst heut die Elfen-Uhr mit, gell!"
Herbert nickte ausgiebig, da ließ ihn der Baron zurück, wie man einen
Gegenstand zurücklässt und verschwand im nachtschwarzen Citroen
Prestige (eine verlängerte Sonderanfertigung, wie der Baron bei jeder
sich bietenden Gelegenheit ergänzte).
Herbert stutzte: morgen war das Treffen des neuen magnetischen
Männervereins. Ganz gewiss. Heute war Dienstag. Hatte der Baron nicht
'heute' gesagt? Herbert versuchte die Gesprächsfetzen aus der
Vergangenheit zu angeln. Doch der See war trüb und mit jedem Versuch
hing am ausgeworfenen Haken lediglich eine verstümmelte oder
vollständige Lachsalve.
Beim Versuch mehr Schnur zu geben, zog Herbert einen beängstigenden
Fund an Land: die Elfen-Uhr. Wusste der Vereinspräsident überhaupt,
dass es sich um ein schlichtes weißes Ding mit Ziffern, eine ganz
normale Uhr halt, handelte? Nur dass die Elf mit einem glatten
Durchschuss vertauscht war.
"Ist das die Elfen-Uhr?" würde der Baron belustigt fragen und dabei

die Augenbrauen hochziehen. Was dann folgen würde, konnte sich Herbert
leicht ausmalen: der Presslufthammer. Und die Vereinskameraden würden
teils aus aufrichtiger Schadenfreude, teils aus formellen Gründen den
Baron vielstimmig unterstützen. Die Uhr nicht mitbringen, das konnte
Herbert nicht tun. Also musste es ihm gelingen, Schmutzbichler zu
überzeugen, ihm die Uhr zu leihen. Zumindest für Mittwoch. Mittwoch?
Ohne Uhr konnte Herbert nicht zum Treffen des magnetischen
Männervereins gehen, ohne unangenehme Forderungen Schmutzbichler nicht
begegnen und mit der Stahlplatte Mama nicht mehr unter die Augen
treten. Herbert stand einsam auf der Strasse, schutzlos den ersten
Regentropfen ausgeliefert und war versucht, all seine Fänge in den See
der Vergangenheit zurück zu werfen und die Angel gleich hinterher.
....wie es wohl weitergeht?
Grüsse
Franz


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PostPosted: 2000-07-15 00:00:00
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Joined: 2000-07-15 00:00:00
Franz Danner schrieb zum Thema "Re: Fragment zum weiterschreiben
(Experiment)":
> > Es war Baron Wuerfelberger, der Gruender und Praesident des neuen
> > magnetischen Maennervereins, in dem auch Herbert Mitglied war.
> Sach mal, woher nimmst Du diese Einfälle?

Ja, das liegt an den Rissen in meinem Hyrn! Da bleibt allerhand hängen. :)
Den "magnetischen Männerverein" habe ich vermutlich irgendwo bei
Eugen Egner oder bei Ror Wolf gelesen. Oder er ist mir doch selbst eingefallen.
Ich weiß auch nicht mehr...
Was ich noch mit Sicherheit weiß, ist, dass der "Opel Mameluk" in
Eugen Egners Novelle "Was geschah mit der Pygmac-Expedition?"
auftaucht. Sehr empfehlenswert übrigens!!! Sollte man mal gelesen haben.
So, und jetzt weiter im Text:
> Ohne Uhr konnte Herbert nicht zum Treffen des magnetischen Männervereins

> gehen, ohne unangenehme Forderungen Schmutzbichler nicht begegnen und
> mit der Stahlplatte Mama nicht mehr unter die Augen treten. Herbert
> stand einsam auf der Strasse, schutzlos den ersten Regentropfen
> ausgeliefert und war versucht, all seine Fänge in den See der
> Vergangenheit zurück zu werfen und die Angel gleich hinterher.

Seine Situation war wirklich miserabel. Was sollte er nur tun? Sein Kumpel
Franz, der in der Gurkenfabrik arbeitete, fiel ihm ein. Die Gurkenfabrik war
gleich hier in der Nähe, und Feierabend war auch bald. Herbert würde hingehen
und Franz um Rat bitten. Aber halt, da fiel Herbert wieder ein, dass Franz ja
seit einiger Zeit an dieser seltsamen Gurken-Psychose litt. Franz würde ihm
also auch nicht helfen können.
Inzwischen hatte es heftig zu regnen begonnen. Herbert wünschte sich, die
Erde würde sich auftun und ihn verschlingen. Sein Blick wanderte langsam die
regennasse Straße entlang und blieb an einem Kanaldeckel hängen. Das Wort
Kanaldeckel drang langsam in sein Bewußtsein und gesellte sich schließlich zu
dem Gedanken, das sich der Erde auftun und ihn verschlingen möge. Herbert
setzte sich also in Bewegung, hob den Kanaldeckel hoch, schob ihn zur Seite und
verschwand in der Kanalisation.
Das hallen seiner Schritte und ein leises tropfendes Geräusch aus der Ferne
begleiteten Herbert auf seinem Weg durch die Kanalisation. Hin und wieder
huschten erschreckend große Kanalratten aus finsteren Löchern hervor und
verschwanden, ebenso schnell, wie sie gekommen waren, wieder in ihren
Verstecken. Herbert fühlte sich durch die Ratten beobachtet. Er spürte
förmlich die scharfen, eisigen Blicke, die sie ihm aus ihren schattigen Winkeln
zuwarfen.
Doch Herbert ließ sich davon nicht beirren, ging weiter, immer weiter die
leicht abwärts führenden Gänge entlang, kletterte rostige Leitern hinab und
drang immer tiefer ins Innere der Erde vor. Bald erreichte er so den Mittelpunkt
der Erde. Von dort ging es wieder aufwärts. Herbert kletterte nun an den
rostigen Leitern wieder nach oben, wanderte durch lange, mit  Spinnweben
verhangene Gänge und kam schließlich wieder an die Oberfläche, diesmal jedoch
auf der anderen Seite der Welt, nämlich in Neuseeland.
So, was unser Hebert in Neuseeland so alles erlebt, soll jetzt jemand anders
aufschreiben... :)
wiedaschaun, unser Heynz  
--
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PostPosted: 2000-07-16 00:00:00
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Joined: 2000-07-16 00:00:00
Heynz Hyrnrysz <Rainer.Ap...@gmx.de> schrieb
>>So, was unser Hebert in Neuseeland so alles erlebt, soll jetzt jemand

anders aufschreiben... :)
Und die Folge lief gerade ab, auch wenn der Autor sich zu Recht sträuben
sollte, seine Erlebnisse
mit Herbert zu teilen.
Er könnte sich allerdings mit Herbert darüber unterhalten, dass
Stichlinge Minifische sind.
Um davon satt zu werden, müssten die beiden dann pro Pfanne mindestens
20 pro Person am Lagerfeuer brutzeln.
Was dann auch erklärt, wieso die sich in der Strumpfpfütze hätten
tummeln können:-))
Dennoch, ich fürchte, Thomas wird nicht willens sein, Herbert den
Maulwurf in seine Story zu integrieren,
egal ob der sich gerade in Neuseeland an die Oberfläche gekämpft hat
oder nicht:-))
Ich würde ihm also raten, schleunigst wieder unterzutauchen und
eventuell als
Endziel Timbuktu zu wählen.
Oder Absurdistan, wäre doch auch nicht übel.
Frage:  Was machst Du, wenn jemand Deinen Herbert in Folge 2 einfach
massakriert?
              Nicht, dass ich Dir oder ihm
das wünsche, mitnichten.
              Du solltest nur schon mal
über die dann nötige
Wiederbelebung nachdenken,
              man darf sich nie austricksen
lassen..gelle
Gruss Lieselore


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