Liebe Freunde, die Ihr mir geantwortet habt,
ich möcht Euch danken, dass Ihr Euch damit befasst habt.
Ich kann jetzt nicht allen einzeln antworten, dafür ist mir noch das
Herz zu schwer, aber wie ich sehe, betrifft unser Schicksal nicht uns
alleine. Jeder hatte also schon ähnliches erlebt und sieht das als Chance
oder Gnade an. So sehe ich es auch.
Zur Einleitung von Jörg Fischer, dass es vielleicht statistischer Zufall
sein könnte, wenn man was sieht, was später eintritt, möchte ich jedoch
noch
bemerken,
dass gerade das nicht zu stimmen scheint. An mir selber weiß ich, dass ich
seit
16 Jahren jeden Tag unsere Strasse mit grosser Beklemmung entlang nach Hause
fahre,
weil ich unseren Hund oder eine unserer Katze überfahren im Strassengraben
liegen
sehe, was Gott sei Dank noch nie geschehen ist, wiewohl aber fremde Katzen
dieses
Schicksal schon erlitten haben. Es muss also wohl noch ein Zusatzelement im
Spiel
sein, welches ich mal das zweite Gesicht nennen will, und gerade das tritt
wohl nicht ein
bei besonders rational veranlagten Menschen (ich denke Jörg ist auch so
einer, siehe sein
LaTeX-Zitat).
Meine Frau ist aber das genaue Gegenteil von mir, sehr gefühlsbetont und
religiös im weiteren Sinne. Sie hat mir übrigens eine Szene gemacht, weil
ich unser Seelenleben
nach aussen in die weite Welt getragen habe, aber ich denke da anders, denn
seit ich das
Internet für mich entdeckt habe, finde ich es viel einfacher, mit mir
unbekannten Menschen in
Kontakt zu treten, die ähnliche Gedanken haben. Früher war das ja viel
schwieriger und meist
ein Glückstreffer, mal Seelenverwandte auf diesem Globus persönlich zu
treffen. So hat also die
Beobachtung von Allessandro Volta am zuckendem Froschschenkel (war er
Tierquäler?) doch noch
eine weitere positive Seite gezeigt, nämlich den Anfang der Vernetzung der
menschlichen
Gedankentätigkeit über räumliche Distanzen hinweg. Damit werden wir
einzelne
Menschen noch
besser ein Teil des Ganzen, und ich persönlich schäme mich nicht, meine
urpersönlichen
Erfahrungen einer großen Anonymität anzuvertrauen, obwohl unsere Erziehung
meist ja nur das
zurückgezogen private unterstützt hat (was wohl im Fremdwort
"Idiotie"
bedeutet, wenn ich
mich recht erinnere).
Sehr angetan hat mich die Lyrik von Sven Schroeder, ich finde sie sehr,sehr
gut! Auch seine ethischen Forderungen kann ich nur unterstützen!
(
www.aranilia.de)
Als Student habe ich mich auch mal mit der Relativitätstheorie beschäftigt,
aber den direkten Zusammenhang auf unsere Gedankenwelt kann ich partout
nicht nachvollziehen,
da fehlt mir der Kontext. Ich weiß auch, dass Photonen ein nicht-lokales
Leben haben, also
über Lichtjahre hinweg als eine Entität auftreten, obwohl sie getrennt sind,
aber was sagt uns das
über uns aus? Ist etwa alles elektromagnetische Strahlung, auch unsere
Manifestation als
Masse, mit Leben versehen, mit Vernunft begabt, mit einer Schöpferahnung
gekrönt? Sven, was
meinst Du?
Liebe Bella, die Geschichte über Kinka kommt mir auch nicht fremd vor, einer
bekannten Psychotherapeutin ist etwas sehr ähnliches passiert (wissentlicher
Abschied der Katze am Frühstückstisch, Hinauslaufen auf die Strasse,
Überfahren werden).
Liebe Katja, Du hast da etwas berührt, was noch tiefer geht, denn ich habe
ja noch nicht
alles erzählt, sondern nur das in Bezug auf unsere Tiere. Bei meiner Frau
spielen aber auch die
Menschen eine besondere Rolle, Ihre Eltern und andere Verwandte, und das war
genau eine
Woche vor dem Verschwinden unseres Jonas auch mal wieder der Fall. Aber das
wird jetzt zu
privat, da will ich nicht hier öffentlich drüber reden (s. oben). Und ich
habe mich etwas falsch
ausgedrückt, es ist nicht direkt Angst, die sie hat, wenn sie solche
Wahrnehmungen hat, sondern
eher eine Unsicherheit, weil sie meint, manchmal verrückt zu werden, weil
sie alles so deutlich sieht.
Dann behält sie natürlich das für sich, weil ich wohl als Rationalist immer
versuche, eine Erklärung
dazu abzugeben, was bei ihr aber sofort auf taube Ohren stößt, weil ich wohl
die Mystik in ihren
Augen damit zu zerstören versuche, was ja nicht wahr ist, sondern nur meine
eigenen beschränkten Möglichkeiten widerspiegelt (Sonne und Mond, Yin und
Yang, Mann und Frau). Vielleicht ist es
aber auch positiv für mich, weil sie mich als Angsthasen ansieht, der sofort
immer alles schwarzmalt,
was ja noch alles passieren könnte, und der dann vielleicht versucht, mit
untauglichen Methoden das
Verhängnis abzuwenden, was ja garantiert nicht gelingen kann.
In meiner Kindheit habe ich mal eine Erzählung aus 1001 Nacht gelesen, da
wurde dem Königssohn
prophezeit, daß er jung sterben müsse. Der findige Vater hat ihn daraufhin
auf einer Insel zusammen
mit seinem Freund isoliert, kein Außenstehender hatte Zutritt zu ihnen, die
Nahrung wurde mit einem
Boot gebracht. Als der Geburtstag nahte, an dem er wieder zurück kommen
sollte, weil die prophezeite
Frist dann abgelaufen wäre, sagte der Königssohn zu seinem Freunde, er möge
ihm eine Melone
öffnen, die über seinem Kopfe in einem Netz hing. Der Freund holte die
Melone, dabei verhedderte er sich
in dem Netz und fiel mit dem Messer in der Hand auf den Prinzen, dessen Herz
sofort durchbohrt wurde.
Das schockierte mich als Kind sehr, aber es ist eine tiefe Weisheit dieser
Erde, die darin steckt.
Für alle Rationalisten unter Euch habe ich jetzt heute eine für mich
plausible Erklärung für das Schicksal unseres Jonas gefunden, die durch 2
Ereignisse in der Nachbarschaft für mich erhärtet werden:
Ein Fuchs hat ihn geholt!
Irgendwann im Herbst habe ich mit unserem Hund in etwa 500m Entfernung am
Dorfrand einen Fuchs
hinter einem Strohballen heraus lugen sehen, was mich sehr faszinierte, denn
bis dahin hatte ich sowas
noch nie beobachtet. Vor etwa 3 Wochen verschwand genauso spurlos der Kater
unserer direkten Nachbarin, der sogar unserem Jonas sehr ähnlich war. Und
eine weitere Nachbarin hat auf der Strasse vor einigen Wochen die Blutspur
ihrer Katze gesehen, die mitten in der Wiese endete, der Hund konnte keine
weitere Fährte mehr finden. Auch diese wohnt am Dorfrand, es ist also gut
denkbar, dass in allen 3 Fällen
dieselbe Ursache zu finden ist. Ich dachte nicht an diese Lösung, weil ich
sowas nicht wußte, habe aber
heute im Internet mal mit google ein bisschen gestöbert und dabei Berichte
aus der Schweiz gefunden,
die das berichten. Das wäre dann für mich ein einigermaßen Trost, dass es
auf jeden Fall sehr schnell
gegangen ist, und die Natur ihren Tribut gefordert hat, wogegen ich nichts
sagen darf, aber künftig mehr
aufpassen will, und allen unseren Vierbeinern das jetzt auch einschärfe.
Vielen Dank an alle, ein besinnliches frohes Weihnachtsfest
und viele verschnurrte Stunden wünschen Euch
Roland und Gertrud.