Hallo,
hab' mir erlaubt, eine neue Kategorie einzuführen. "Ente" steht
hier für
eine Meldung aus den Medien, die so nicht ganz stimmen kann.
Wo ist in folgender Nachricht die Ente versteckt bzw. was _kann_ an dem
Bericht auf
http://www.orf.at/orfon/010224-36700/ einfach nicht stimmen?
Grüße
Hans
Nachfolgend ein Auszug des Artikels (natürlich incl. Ente :-), für jene,
die jetzt nicht extra hinsurfen wollen/können/dürfen:
------------------------------------------------------------------------
Hinweise über "Boss der Bosse" erwartet
Die Suche nach dem legendären "Phantom der Mafia" könnte
bald Erfolg
haben. Das Netz um den "Boss der Bosse" Bernardo Provenzano wird in
Italien immer enger. Ermittler haben jetzt das komplizierte Postsystem
der Cosa Nostra aufgedeckt. Sie erhoffen sich davon Aufklärung über den
Aufenthaltsort der hermetisch abgeschirmten "Nummer eins". Diese
Hoffnungen könnten sich jedoch in Nichts auflösen: Die Botschaften sind
nach einem ausgeklügelten System verschlüsselt.
"Briefträger ihres Vertrauens"
Geheimes Postsystem der Mafia in Italien aufgedeckt.
Untergetauchte sizilianische Mafia-Bosse haben ein eigenes
Postsystem
mit "Briefträgern ihres Vertrauens" aufgebaut. Die Briefe seien
jeweils
dutzendfach bis auf Fingerkuppengröße zusammengefaltet worden,
berichtete die italienische Zeitung "Corriere della Sera" am
Freitag.
Nach dem Prinzip der russischen Puppenfigur seien mehrere Briefe in
einem Mini-Päckchen enthalten gewesen.
"Boss der Bosse" hermetisch abgeschottet
Sonderermittler deckten außerdem auf, dass der meistgesuchte
italienische Mafiaboss Bernardo Provenzano (68) von bis zu acht
Vertrauensleuten abgeschottet wird. Der "Boss der Bosse" ist seit
1963
unauffindbar.
Kniffeliges Verschlüsselungssystem
Erst kürzlich waren Briefe mit verschlüsselten Botschaften an Provenzano
gefunden worden. Die Ermittler wollen die Codes aus langen Reihen von
Nummern und Abkürzungen nun knacken.
Nach einem ausgeklügelten System seien bei der Übermittlung drei Mafia-
Briefträger eingesetzt worden, erst der letzte habe die Kern-Botschaft
für den Adressaten erhalten.
Verschiedene Namen aufgetaucht
In den teils mit der Hand, teils auf der Maschine oder am Computer
geschriebenen Briefen seien verschiedene Namen verschlüsselt angegeben
worden.
"Waschzettel" bei Razzia gefunden
Die Ermittler hoffen jetzt, Provenzano durch die Briefe auf die Spur zu
kommen, die ihm seine Familie geschrieben hat und die kürzlich bei einer
Razzia in einem Bauernhaus gefunden wurden.
"Socken waschen" als Geheimcode?
Die Fahnder rätseln, ob hinter harmlos klingenden Empfehlungen zum
Socken waschen geheime Botschaften stecken, die zum Versteck Provenzanos
führen. Auszüge der Briefe wurden am Donnerstag in italienischen
Zeitungen abgedruckt.
Warm anziehen bei "Schnee"
In einem Schreiben hat Provenzanos Frau ihrem flüchtigen Ehemann
geraten, seine Socken "mit kaltem Wasser oder sogar in der
Waschmaschine" zu waschen. Sie zeigte sich außerdem besorgt, dass er
sich bei "Schnee" nicht warm genug anziehe.
"Botschaft der Madonna"
Der Hinweis löste prompt eine Großfahndung der Polizei in den Bergen
Siziliens aus, die allerdings wiederum erfolglos blieb. Provenzanos Sohn
Angelo berichtet seinem Vater in einem Brief, er denke über den Ankauf
von Bauernland nach, um dort Urlauber unterzubringen, und hoffe auf
Finanzhilfe der EU für solche Projekte.
Auch von einer "Botschaft der Madonna" für einen anderen
Provenzano-Sohn
ist die Rede, allerdings lasse die Mutter das Mädchen, das die Botschaft
überbringen solle, nicht aus dem Haus.
------------------------------------------------------------------------