In article <20010728050553.17973.00001...@ng-co1.aol.com>,
gabrielaschm...@aol.com says...
>Hallo,
>und heute Morgen im Keller: Schon wieder Geknisper und Geknusper und ein
>Siebenschläfer schafft sich in die Rohrleitungen bzw Kellerdecke. Trotz
>Ultraschallgeräten und Lebendfallen ( 9 Schläfer!). Wer auch immer eine
>wirksame Idee hat, ich bin dankbar! Die Viecher sind ja goldig, aber
fressen
>alles kaputt!
>Genervt, Gabriela
Hallo Gabriela,
Was heißt bei Dir "fressen alles kaputt"? Gehen sie an Lebensmittel
oder was sonst. Außerdem wäre für einen wirksamen Rat wichtig, was für
ein Haus ihr habt (relativ modern mit Backsteinmauern oder schon
älteren Datums). Und wie lange leben die Siebenschläfer dort schon?
Wir haben inzwischen etwa 30 Jahre Erfahrung mit Siebenschläfern (altes
Bauernhaus mit dicken Bruchsteinmauern als Ferienhaus). Es ist
eigentlich relativ einfach, die putzigen Tierchen aus Wohnung und
Keller herauszuhalten: alles dichtmachen. Du denkst jetzt
wahrscheinlich: Der hat gut reden. Aber wenn die Schläfer schon einige
Zeit bei Dir wohnen, kriegst Du sie nur dann komplett aus dem Haus, enn
Du sie umbringst. Der Tip, der in diesem Thread schon gegeben wurde,
den Zugang zu finden und dichtzumachen, dürfte so gut wie
undurchführbar sein, da sie sich durch die kleinste Ritze zwängen
können und ein sehr ausgedehntes System von Gängen und Kammern besitzen
(natürlich mit mehrern Zugängen).
Falls Du Angst haben solltest, das sie Dir die Decke zerfressen: Keine
Sorge, durch alles was mindestens die Härte von Holz hat, gehen sie
nicht durch, auch Plastik lassen sie in Ruhe. Wenn sie also nicht in
die Wohnung oder den Keller selbst kommen, solltest Du sie in Ruhe
lassen. Und wenn doch, so sollte sich der Zugang oder die Zugänge mit
einer gründlichen Suche finden und verschließen lassen.
Noch ein Tip: Man kann mit den possierlichen und vor allem auch sehr
neugierigen Tieren sehr viel Spaß haben. Unsere sind nach 20 Jahren
nichtjagen so zutraulich geworden, daß sie uns aus der Hand fressen
(nicht gezähmte, wildlebende Siebenschläfer!). Einer wurde sogar so
zutraulich, daß er sich, wenn man sich ruhig und langsam bewegte, sogar
streicheln ließ und zu guter letzt völlig frei auf der offenen Hand saß
und sein Apfelstückchen knabberte.
An alle Tierschützer, die dies lesen: Ich weiß, Wildtiere soll man
nicht streicheln, da sie sonst durch den Geruch von un Menschen von
ihren Artgenossen nicht mehr akzeptiert werden, aber da sich innerhalb
weniger Tage jeden Abend die gesamte Siebenschläferfamilie zum
Festschmaus versammelte, war das kein Problem: sie kannten unseren
Geruch, und wir haben im Laufe der Jahre festgestellt, das sie sich nur
von uns füttern ließen, unseren Geruch also wohl kennen müssen und auch
akzeptieren. Wir haben auch immer darauf geachtet, daß die Tierchen
sich nicht an eine ausschließliche Fütterung bei uns gewöhnten (je nach
Anzahl der Tiere (bis zu einem Dutzend) 1-2 Äpfel oder Birnen pro Abend
und dann war Schluß), sondern nach wie vor ganz normal auf die Jagd
gingen. Daß das auch hervorragend klappt und ihnen offensichtlich nicht
schadet, beweist die Tatsache, das wir, auch seitdem sie in den Ferien
ihre Leckerbissen bekommen, eine ziemlich gleichbleibende Population
von etwa einem Dutzen Tiere dort haben. Und wenn sie im Laufe von rund
10 Jahren das Jagen und überleben nicht evrlernt haben, so wird das
auch in Zukunft wohl kaum passieren.
Wenn Du also beim arbeiten am Haus (kann auch Tagsüber passieren) mal
einen Siebenschläfer siehst, der neugierig nachschaut, was der komische
Zweibeiner denn da jetzt wieder anstellt: nicht gleich verjagen und Du
wirst im Laufe der Jahre feststellen, daß sie zunehmend ihre Scheu
verlieren und immer häufiger neugierig gucken, was passiert.
Also: solange sie nicht in die Wohnbereiche kommen, in Ruhe lassen.
Ansonsten die Zugänge in die Wohnbereiche suchen und dichtmachen.
An ihr nächtliches herumgespuke gewöhnt man sich sehr schnell, sobald
man sich keine Sorgen um einen Siebenschläfer mehr machen muß, der
vielleicht gerade die Vorräte plündert.
Viel Glück
Christoph Hätte